Eltern auf Zeit – Babyprojekt in der 10A

„Herzlichen Glückwunsch, ihr seid Eltern geworden – Eltern auf Zeit“. Mit diesen Worten begann eine ganz besondere Woche in unserer 10A der Alfred-Adler-Schule. Die Abschlussklasse nahm in der Woche vom 07. bis 10. November 2023 am Elternprojekt „RealCare Baby“ der Organisation „babybedenkzeit GbR“ teil.

Die Schüler:innen sollten mithilfe von Simulatoren in Form von Babypuppen für das Thema „Eltern werden“ und den damit verbundenen Aufgaben sensibilisiert werden. Sie setzten sich im Laufe dieser Woche mit den Themen der Eltern- und Partnerschaft, der Verhütung, Lebensplanung, Gesundheit, Kinderpflege und Kindeswohl auseinander.

Dabei konnten die Lernenden hautnah erfahren, wie weitreichend die Übernahme von Verantwortung gegenüber einem eigenen Kind ist und wie tiefgreifend sich das eigene Leben verändert.

Acht Schüler:innen unserer Klasse stellten sich zu Beginn der Woche dieser Verantwortung und nahmen ein Baby teils alleine und teils in Partner:innenarbeit auf. Norbit, Jonas, Lia, Josephine und Elias wurden die Babys getauft. Die Schüler:innen lernten, wie sie die Babys stillen, das Fläschchen geben, wie sie es beruhigen, umziehen und das Windeln wechseln funktioniert.

Nach der Einführung und der Klärung wichtiger Fragen, waren die Schüler:innen auch schon auf sich alleine gestellt. Nach der ersten Nacht, in der manch eine(r) nur wenige Stunden Schlaf hatte, fand der erste große Erfahrungsaustausch unter den frisch gebackenen Eltern statt. „Man muss das Baby beim Füttern bewegen. Legt man einfach nur die Flasche in die Babyschale, dann ist es vielleicht erst kurz still, aber dann schreit es irgendwann richtig laut“. So lautete einer von vielen Tipps unter den Schüler:innen nach der ersten Nacht.

Im Laufe der vier Tage kamen die Schüler:innen immer wieder an eigene Grenzen und wurden mit herausfordernden und stressigen Situationen konfrontiert. Nicht nur die Schüler:innen wuchsen an diesem Projekt, sondern auch der Klassenzusammenhalt. Da wo einige „Eltern“ der Klasse die Belastung und Verantwortung nicht mehr ertrugen, halfen andere Lernende der Klasse oder adoptierten kurzerhand die Babys.

Am Freitag fand die große Auswertung der Baby-Simulatoren statt. Die Simulatoren können Vernachlässigung, falsche Lagerungen, fehlende Kopfunterstützung, grobe Behandlung sowie Schütteltraumata feststellen. Das Ergebnis zeigte, dass sich der Großteil der Zehntklässler gut und fürsorglich um die Babys gekümmert hatte. Auch wenn alle Schüler:innen über das Ende des Projektes erleichtert waren, war der Trennungsschmerz, die Babypuppe wieder abgeben zu müssen, groß. Insgesamt stellte dieses Projekt eine spannende und sinnvolle Erfahrung für unsere Schüler:innen dar!